Denkwerkstatt: JugendMentoring e.V.
Mentoring im Übergang Schule-BerufMentoring und Berufsorientierung
Mentoring und Ausbildungspatenschaften an der Schwelle zum Berufseinstieg
Jan Ehlers, www.jugend-mentoring.de
Volker Amrhein, Projektebüro „Dialog der Generation“
Die nach wie vor hohe Quote von in den Ausbildungsmarkt schwer vermittelbaren Jugendlichen einerseits und der sich bereits jetzt in einigen Branchen abzeichnende Facharbeitermangel auf der anderen Seite weisen auf einen akuten Handlungsbedarf beim Übergangsmanagement zwischen Schule-Ausbildung-Beruf hin. Der Staat ist in Zeiten schrumpfender Kassen nur bedingt in der Lage aufwendige berufsorientierende Maßnahmen zur Verfügung zu stellen. Immer dringender bedarf es innovativer Konzepte um die ungleichgewichtige Angebot-Nachfrage-Relation auf dem Arbeitsmarkt positiv anzupassen. Als ein Angebot haben sich Modelle entwickelt, bei denen die Motivierung, Begleitung und Unterstützung Jugendlicher in der Übergangsphase nach der Schule durch Mentoren oder (Ausbildungs-)Paten erfolgt.
Ähnlich wie in der Antike Mentor die Patenschaft für Odysseus Sohn Telemachus übernimmt und ihn als erfahrene Person in die Gesellschaft einführt, helfen mittlerweile in ganz Deutschland Mentoren Jugendlichen beim Einstieg in die Berufswelt. Ob auf Basis bürgerschaftlichen Engagements oder als zivilgesellschaftliche Initiative verantwortungsbewusster Unternehmen, fördert Mentoring den Dialog zwischen den Generationen und liefert einen vielversprechenden Beitrag zum Übergangsmanagement. Die Übernahme von Patenschaften bzw. das Mentoring bietet den jungen Menschen eine persönliche Bezugsperson in einer für sie oft schwierigen Situation. Die Inhalte dieser Mentoringbeziehung werden in der Regel zwischen dem ehrenamtlichen Mentor und dem Jugendlichen zu Beginn vereinbart. Diese können zwischen konkreten Unterstützungsangeboten wie z.B. gemeinsame Besuche beim Arbeitsamt, Hilfe beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen oder gemeinsamen Freizeitaktivitäten variieren. Ein zentrales Element der Mentoring-Beziehung, ist die vertrauensvolle Beziehung auf Augenhöhe. Häufig übernehmen Mentoren auch die Funktion eines erwachsenen Freundes, der sich für den Jugendlichen sowohl in Ausbildungsbetrieben als auch in der Schule für sie einsetzt.
Das Mentoring am Übergang zwischen Schule und Beruf eine multidisziplinäres Feld ist, wird offensichtlich wenn man die Vielzahl der Akteure betrachtet, die entscheidenden Einfluss auf die Effektivität eines Mentoring-Programms in einer Kommune bzw. Region haben. Angefangen mit Programmträgern wie den Wohlfahrts- und Sozialverbänden über die Supporteinrichtungen beispielsweise den Freiwilligenagenturen, Seniorenorganisationen, Universitäten, Handelskammern und engagierten Unternehmen, bis hin zu den Interaktionspartnern wie Eltern, Schulen und Berufsschulen, Arbeitsämtern oder Einrichtungen der Jugendberufshilfe. Aber auch die örtliche Verwaltung bzw. die zentralen Koordinierungsstellen und lokale Weiterbildungsanbieter haben einen zentralen Einfluss auf den Erfolg des Mentoring-Prozesses. Es bedarf eines gut strukturierten Kooperationsnetzwerkes, um den ehrenamtlich engagierten Mentoren eine motivierende Arbeitsumgebung zu schaffen. Anderseits leisten die Mentoren häufig selbst einen positiven Beitrag zur Vernetzung o.g. Partner und somit zu Optimierung des Übergangsmanagement.